Schwangerschaft

Die Schwangerschaft ist eine private, intime Erfahrung, welche die Frau zur Mutter macht.

In dieser Zeit verschiebt sich die Wahrnehmung von außen nach innen und der Mittelpunkt des Lebens spielt sich plötzlich im eigenen Körper ab.

Die Frau ist in dieser Zeit mit vielschichtigen individuellen und gesellschaftlichen Normen konfrontiert.

Aus diesem Grund ist die Schwangerschaft auch immer eine Zeit der Krise, selbst wenn der Wunsch nach einem Kind noch so groß ist.

 

Es ist die größte Veränderung im Leben einer Frau, wodurch die Zeit der Schwangerschaft immer auch mit Konflikten einhergeht.

Ein weiterer Punkt, der in unserer Zeit als „normal“ angesehen wird, jedoch großen Einfluss auf viele Frauen hat, ist die wachsende medizinische Betreuung und Überwachung in der Zeit der Schwangerschaft.

Die vielen pränatalen Untersuchungen und Eingriffe, auch wenn sie in vielen Fällen wichtig sind, belasten die Frau in ihrem psychischen Erleben.

Ein tiefgreifendes Verständnis des mütterlichen Befindens während der Schwangerschaft erfährt im oft sehr hektischen medizinischen Alltag leider wenig Beachtung.

Nicht jede schwangere Frau kann die eigene Schwangerschaft positiv besetzen.

Das Bild, der heutigen Gesellschaft, dass eine Frau glücklich sein müsse, wenn sie ein Kind erwartet oder bekommen hat, ist nicht allgemein gültig.

Ein Kind kann das innere Gleichgewicht erheblich ins Wanken bringen, ohne, dass einem anfangs bewusst ist weswegen.

In meiner Praxis beobachte ich überdies häufig, dass die Möglichkeit, den Zeitpunkt der Elternschaft mitzubestimmen, nicht nur Entlastung - sondern auch zusätzlicher Stress bedeutet.

So wird etwa auf den „idealen“ Zeitpunkt gewartet wodurch die Anforderungen an sich selbst, an den Partner und an das Umfeld hoch besetzt sind.

Phantasien über das Kind oder über die eigene Elternrolle treten (häufig bevor man überhaupt schwanger ist) auf.

So kommt es, dass sich die Frau während der Schwangerschaft gehäuft an eigene Kindheitserfahrungen und –erlebnisse zurückerinnert.

Die eigene Kindheit lebt erneut auf, man erinnert sich an die Eltern, Geschwister, wie man diese erlebt hat und wie man sich selbst in dieser Zeit gefühlt hat.

So ist es unausweichlich, dass man sich während der Schwangerschaft mit der eigenen Herkunftsfamilie auseinandersetzt.

Diese Auseinandersetzungen geben Aufschluss über die jetzigen Sorgen, Ängste und Unsicherheiten.

Demzufolge ermöglicht das Aufarbeiten in den gemeinsamen Sitzungen eine bewusstere Zugangsweise zu den eigenen Konflikten hinsichtlich dem erwarteten Kind.

Durch das Bewusstsein der eigenen Schwierigkeiten kann man diese sensibler wahrnehmen und annehmen, was Ihnen ermöglicht, Ihre eigenen Ängste und Wünsche nicht auf Ihr Kind zu übertragen.

 

Ich beziehe mich hier vorwiegend auf die Frau und die Wünsche und Ängste, die mit einer Schwangerschaft und/oder einem Kinderwunsch einhergehen, wobei die Rolle des Vaters nicht übersehen werden darf.

Auch für Väter ist diese Zeit eine besondere Herausforderung, in der sich unterschiedliche Sorgen und Ängste zeigen können.
 

 

Geburt

Die Geburt ist nicht nur der eigentliche Augenblick, wenn das Kind zur Welt kommt, sondern ein Übergang, in dem sich die Mutter gedanklich und sodann körperlich vom Kind trennt. Natürlich darf man diese „Trennung“ nicht als herkömmliche Trennung verstehen, doch trotzdem ist es eine Trennung des symbiotischen Verschmolzenseins.

Die meisten Frauen kennen die freudige Erregung, wenn Sie kurz vor der Geburt an ihr Kind denken.

Dennoch können Fragen wie:

Bin ich bereit für mein Baby?

Kann ich eine gute Mutter sein?

hochkommen und die Frau ängstigen.

Der Geburtsprozess ist auch die Phase, in der sich die Mutter auf die nächste Phase - das Muttersein - psychisch vorbereitet.


 

 

Bei einer Schwangerschaftskomplikation treten Ängste und Konflikte auf, die sehr bedrohlich wahrgenommen werden und an Ängste der Kindheit erinnern, z.B. an ein sich ausgeliefert Fühlen, oder an das Gefühl, unerwünscht oder ungeliebt zu sein.

Dazu kommen Versagensängste, da die Schwangerschaft als individuelle und gesellschaftliche Leistung angesehen wird. Eine tiefe Kränkung, die oftmals nur schwer zu fassen oder auszusprechen ist, macht sich in der Frau breit.

Durch die gemeinsame Bearbeitung Ihrer Unsicherheiten und Ängste wird es Ihnen möglich, Ihre Erlebnisse gut zu verarbeiten.

Schwangerschaftskomplikationen